Programm in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

"Nepomuck und Bärlihupf: Fluchtgeschichten für Kinder (9 - 13 Jahre)" Kostenlose Kinderführung

Termin: So, 17. Februar 2013 Start 14:00 Uhr

Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

Warum sind Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik geflohen? Auf welchen Wegen ist ihnen die Flucht von einem Teil Deutschlands in den anderen gelungen? Wie haben sich Kinder gefühlt, die ihr Zuhause und ihre Freunde verlassen mussten? Die beiden Stofftiere Nepomuck und Bärlihupf, die in der Ausstellung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen sind, haben zwei Kinder auf ihrem Weg in den Westen begleitet und können von den damaligen Ereignissen erzählen. In der Ausstellung lassen sich viele weitere Objekte und Geschichten entdecken, anhand derer die Kinder den Lebenswegen von Flüchtlingen nachspüren können.

Dauer: 1 Stunde. Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten: Tel: 030 / 75 00 84 00 oder per E-Mail an info-enm[at]stiftung-berliner-mauer[.]de
Weitere Termine 2013: 17.03.2013, 21.04.2013,26.05.2013,16.06.2013 jeweils um 14:00 Uhr


MfS und "Ausreiser" in den 70er und 80er Jahren - Vortrag und Zeitzeugengespräch

Termin: Do, 21. Februar 2013 19:00 Uhr

Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

In einem Kurzvortrag stellt die Historikerin Dr. Renate Hürtgen die Ergebnisse ihrer Studie über das MfS und "Ausreiser" in den 70er und 80er Jahren vor. Am Beispiel des Kreises Halberstadt spricht sie über Repression, „Rückgewinnung“ und Isolation von Ausreiseantragstellern in der DDR.

Im Anschluss diskutiert Dr. Andreas Stirn mit Frau Hürtgen sowie den Zeitzeugen Prof. Manfred Fabricius und Silvia Buhl über Hintergründe und eigene Erfahrungen. Herr Fabricius reiste aus beruflichen Gründen im März 1989 mit seiner Familie in die Bundesrepublik aus. Frau Buhl stellte mit 16 Jahren einen Ausreiseantrag und konnte 1979 über das Notaufnahmelager Marienfelde zu ihrer Familie nach West-Berlin ausreisen. Die Motive der Antragsteller, Verhöre durch das MfS sowie die Bedeutung der Ausreisebewegung bei der Erosion der DDR sind einige der Punkte, die zur Sprache kommen werden.

Der Eintritt ist frei.


"Via Knast in den Westen". Das Gefängnis Kaßberg als Erinnerungsort - Podiumsdiskussion

Termin: Di, 26. Februar 2013 19:00 Uhr

Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

"Via Knast in den Westen" ist der Titel des jüngst erschienenen Buches zum Haftort Kaßberg in Chemnitz. Der von Nancy Aris und Clemens Heitmann herausgegebene Sammelband beleuchtet die Geschichte der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Karl-Marx-Stadt und ihre Bedeutung für den Häftlingsfreikauf in der DDR.

Auf dem Podium diskutieren der Leiter der BStU-Außenstelle Chemnitz, Dr. Clemens Heitmann, und der Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz (Wahlkreis Dresden II/Bautzen II; Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion) mit Zeitzeugen: Der Künstler und Gastronom Jörg Beier war Ende der 1960er Jahre in Kaßberg inhaftiert und wurde dann in die DDR entlassen. Die Gärtnermeisterin Sabine Popp wurde als junge Frau vom MfS verhaftet, nachdem sie DDR-kritische Parolen an Straßenunterführungen gemalt hatte. Sie wurde zu 5 Jahren Haft verurteilt und später in den Westen freigekauft.

Thematisiert werden die Zukunft des ehemaligen Haftortes Kaßberg, seine Bedeutung im städtischen Gedächtnis, das Verhältnis zu anderen Erinnerungsorten sowie eine mögliche Nutzung als Gedenkstätte. Eva Prase (Chemnitzer Freie Presse) moderiert das Gespräch.

In Kooperation mit dem Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.

Der Eintritt ist frei.

text: Rundmail