Dem Naturranger und dem Naturschutzpark droht das Aus

Die stark gefährdete Knoblauchkröte, das gefährdete Sechsfleck-Widderchen, die extrem seltene Pechnelke mit ihren klebrigen Stängeln oder das lange als verschollen geglaubte Borretschgewächs Schlangenäuglein: Sie alle haben im Naturschutzpark Marienfelde ebenso eine Heimat gefunden wie natürlich auch häufiger anzutreffende Amphibien, Schmetterlinge, Säugetiere, Vögel und Pflanzen.

Dass dem so ist, dafür ist mit unglaublichem Engagement ganz besonders eine Person mit verantwortlich: NaturRanger Björn Lindner kümmert sich nicht nur um die besten Lebensbedingungen für seine pflanzlichen und tierischen Schützlinge, sondern er sorgt auch dafür, dass andere an diesem Reichtum teilnehmen können und ihn schätzen und hüten lernen.

Seit 2007 hat er gemeinsam mit seinem Team das Gebiet vom Freizeitpark in Richtung Naturschutzpark aufgebaut, sorgt sich um das Grüne Klasenzimmer mit seinen Ausstellungen, Führungen und Mitmach-Angeboten für Große und Kleine und ist – zusätzlich zu seiner Arbeit – mit viel ehrenamtlichem Einsatz die „gute Seele“ des inzwischen über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannten Natur-Juwels an Berlins südlichem Rand.

Damit könnte es nun bald aus sein: Zuletzt war der NABU mit der Finanzierung einer halben Stelle eingesprungen, doch auch dieser Notbehelf läuft nun aus – der Ranger und mit ihm auch der Naturschutzpark, so fürchten Anwohner/innen und Naturfreunde, steht vor dem Aus.

„Soll die 5-jährige Aufbauarbeit und der engagierte Einsatz der ehrenamtlichen / freiwilligen Mitstreiter umsonst gewesen sein? Soll der Naturschutz-Park inkl. Naturschutz, Arten- und Landschaftspflege, Bildung und Jugendarbeit (JuniorRanger, Grüne Klassenzimmer, Grüne Schule) sprichwörtlich 'zurück auf den Müll'?“, so fragen Unterstützer/innen.
Und viele Menschen, aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen von einzelnen Aktiven über Parteien-Vertreter/innen bis hin zu Vereinen und Initiativen haben Appelle mit der Bitte um Hilfe an bezirkliche und Berliner Politiker/innen bis hinauf zu Bürgermeister Wowereit verfasst, den Ranger und mit ihm die Angebote vor Ort und das Gebiet zu retten.

Demnächst wird die Zukunft des Rangers auch Thema in bezirklichen Ausschüssen sein. Über die Ergebnisse werden wir Ihnen hier – hoffentlich mit guten Nachrichten! - weiter berichten.

Weitere Informationen finden Sie unter anderem unter folgenden Links:

Natur Berlin Marienfelde

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg

Berliner Woche (S. 4)

text: S. Wolkenhauer