Gelungener Zivilcourage-Workshop

Richtig rund war der Stuhlkreis, in dem sich Interessierte zum Zivilcourage-Workshop am 21. September einfanden: Etwa ein Dutzend Teilnehmer/innen waren der Einladung von Franziska Lenz ins Nachbarschaftszentrum Marienfelde Süd gefolgt und warteten gespannt darauf, was die Trainerinnen Johanna Mohrfeldt und Jana Proschek vom Projekt „ReachOut“ des Kreuzgberger Vereins ARIBA e.V. vorbereitet hatten.

„Was ist Zivilcourage?“ - um darauf eine Antwort zu finden, gab es drei Unterthemen: Was verstehen wir eigentlich unter Zivilcourage, so die erste Teil-Frage. In welcher spezielle Situationen zeigt man eigentlich zivilcouragiertes Verhalten, welche Handlungsoptionen gibt es, und wie nehmen wir überhaupt Situationen, in denen Gewalt und Unrecht gezeigt wird, wahr? Zahlreiche Antworten dazu wurden auf einem Flipchart festgehalten.
Im zweiten Teilthema, "Welche Fragen stellen sich?“, wurden vor allem die Ängste, Sorgen und Bedenken der Teilnehmer beleuchtet, welche sich für sie in Situationen von zivilcouragiertem Verhalten zeigen. Unter anderem geht es um Ängste, wie die Verletzung von Privatsphäre von fremden Menschen, um Verunsicherung hinsichtlich der falschen Einschätzung der Situation sowie die Angst, selbst zum Betroffenen von Gewalt zu werden genannt.
Daraufhin folgte der letzte Unterpunkt der allgemeinen Thematik: „Wonach bewerten wir?“ Innerhalb einer Positionierungübung wurden konkrete, meist diskussionsbedürftige Fallbeispiele genannt; die Seminarteilnehmer/innen hatten die Möglichkeit, sich an einem jeweils festgelegten Ort für „Ja, das ist Zivilcourage“ oder für „Nein, das ist keine Zivilcourage“ zu positionieren. Nachdem sich alle entschieden und positioniert hatten, entstand zu jedem genannten Fall eine kurze Diskussion darüber, aus welchem Grund die Teilnehmer/innen jeweils ihr „Ja“ oder „Nein“ gewählt hatten.

Nach einer Pause teilten die Anleiterinnen die Teilnehmer/innen in Kleingruppen ein. Innerhalb dieser Kleingruppen sollten Situationen auf einem Arbeitsblatt notiert werden, in welchem einer der Gruppenteilnehmer selbst zivilcouragiertes Verhalten gezeigt oder Zivilcourage beobachtet hatte. Außerdem sollten Situationen festgehalten werden, in denen die Teilnehmer gern zivilcouragiertes Verhalten gezeigt hätten - aber aus diversen Gründen nicht eingesetzt haben.
Nach 20 Minuten wurden diese Situationen in der Großgruppe vorgestellt und hinsichtlich möglicher Handlungsoptionen beleuchtet. Auf dieser Grundlage entstand ein Gruppengespräch, in welchem aktuelle politische Fälle wie beispielsweise Edward Snowden, die sozialpolitisch schwierige Lage im Görlitzer Park und ähnliche Beispiele angesprochen und hinsichtlich zivilcouragierter Aspekte besprochen wurden.

In der abschließenden Feedbackrunde bedankten sich die Teilnehmer/innen herzlich für den angebotenen Workshop: Die in der Gruppe erarbeiteten Handlungsoptionen könnten sie vermutlich gut anwenden, und sie waren dankbar für die Auseinandersetzungen mit der allgemeinen Thematik Zivilcourage sowie den konkreten individuellen Fällen.

- Der Workshop wurde mit Mitteln aus der Quartiersentwicklung und durch das Quartiersbüro W40 unterstützt.

text/foto: Franziska Lenz