Ausstellungsprojekt "NACH DER FLUCHT." in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Leben im Übergangswohnheim Marienfelder Allee - Einblicke in die jetzige Situation eines historischen Ortes in Berlin

Bis 10.03.: Die syrische Familie Tello (Foto: Isabel Alvarez)

Ein besonderer Ausdruck von Integration ausländischer Menschen in unsere deutsche Gesellschaft und Kultur ist das einmalige Ausstellungsprojekt, das der Internationale Bund gemeinsam mit der Stiftung Berliner Mauer zurzeit durchführt.


Bis 10.03.: Die syrische Familie Tello

Drei Familien und ein allein stehender Mann, sie sind Flüchtlinge und Asylbewerber/innen des Übergangs-wohnheims Marienfelder Allee (ehemaliges Notaufnahmelager Marienfelde), werden nacheinander im zweimonatigen Wechsel im Rahmen der ständigen Ausstellung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde porträtiert. Die Flüchtlinge kommen aus Tschetschenien, Syrien, Iran und Afghanistan. Ihr Leben und ihre Kultur in den Heimatländern, ihre Wünsche, Hoffnungen und Pläne für das Leben in Deutschland werden gezeigt und erfahrbar gemacht.

12.03. bis 12.05.2013: Der iranische Künstler Ahmad Barakizadeh

12.03. bis 12.05.2013: Der iranische Künstler Ahmad Barakizadeh (Foto: Isabel Alvarez)

Das Projekt besteht aus drei Teilen: Ein Gegenstand, den die Bewohner/innen aus ihrer Heimat mitgenommen haben, wird in einer Vitrine ausgestellt. Auf einem Bildschirm wird ein etwa achtminütiges Interview mit den Bewohnern/innen gezeigt und an den Wänden und in Broschüren werden Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Land und der deutschen Asyl- und Flüchtlingsgesetzgebung vermittelt.
Anfang 2012 begann die gemeinsame Arbeit von Mitarbeiterinnen der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und den Bewohnern/innen sowie Mitarbei-tern/innen des Übergangswohnheims an diesem Projekt. Es wurde am 24. Oktober 2012 in Anwesenheit des Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales feierlich eröffnet, und gewann im Dezember 2012 den Integrationspreis des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg.

Mit diesem Ausstellungsprojekt in der Erinnerungsstätte erfolgt Integration auf verschiedenen Ebenen:

  1. Wir integrieren Fluchtschicksale heutiger Flüchtlinge in unsere eigene deutsche Fluchtgeschichte. Parallelen werden entdeckt und Verständnis geweckt.
  2. Wir geben den Flüchtlingen die Gelegenheit, sich auszudrücken und darzustellen. Ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt.
  3. Wir ermöglichen den Besuchern/innen der Ausstellung, d.h. der Bevölkerung, die Situation in den Ländern, die Flüchtlinge und Fluchthintergründe kennen zu lernen. Wissen wird vermittelt, Fremdes wird verständlich.
  4. Die unmittelbare Nähe des Projekts in der Erinnerungsstätte und dem Übergangswohnheim lädt zu Kontakten ein. Berührungsängste verringern sich, Neugier wird geweckt.

Die wechselnden Ausstellungselemente sind bis zum 16. Juli 2013 zu sehen. Danach ist die Ausstellung im Rathaus Schöneberg geplant.

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66-80
12277 Berlin

Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt

Kontakt

Internationaler Bund
Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V.
Übergangswohnheim Marienfelder Allee
Marienfelder Allee 66-80
12277 Berlin
Tel.: (030) 4579 777 11
Fax: (030) 4579 777 29

E-Mail: Uta.Sternal[at]internationaler-bund[.]de
Internet: : http://www.notaufnahmelager-berlin.de 

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